1, 2, 3, mit allen Sinnen!
Oder: Dieses Mal mit Mátala und umzu. 

ist der 6. Teil der 7 teiligen Kreta-Erzählung von Elisabeth Katz.

Willkommen im 6. Band meiner Reise-Erzählungen.

Wir denken über Beziehungen nach, über das Leben, die Liebe und alles, was aus meinem Kopf heraus wollte. Wir erkunden die Gegend um Mátala, bereisen andere Gefilde Kretas, eruieren Orte, Unterkünfte und Wanderwege für eine mögliche geführte Kreta-Gruppen-Reise und beobachten Amors erneutes Auftauchen und das sich daraus entwickelnde Spiel einer unerwarteten neuen Liebe.

Begleitet mich in meinen Geschichten, erfreut euch an den erdachten Begegnungen mit Níkos Kazantzákis und an den realen, mit unerwartet auf der Bildfläche erscheinenden Reisebegleitern.

Lasst euch auf meine Gedankenspiele und mein Erinnern ein, nehmt euer Erinnern hinzu und lasst euch von meinem leichten Lebensgefühl anstecken und erneut mit auf Reisen nehmen.

Auf geht’s! - Ich freu mich so. - Elisabeth.

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Liebe Leser, liebe Leserinnen,


glaubt es oder glaubt es nicht, in der deutschen Rechtschreibung, insbesondere in der vom Duden empfohlenen Groß- und Kleinschreibung und Zeichensetzung, gibt es für eine von mir in meinen Büchern gerne angewandte Ausdrucksvariante keine Regelung.

Im Lektorat waren wir unterschiedlicher Meinung. Wir äußerten unser jeweiliges Empfinden. Sagten: „Hm …“ und „Was machen wir denn da?“ und „Wonach sollen wir uns denn nun richten?“ und „Elisabeth, es ist dein Buch, du bist die Schriftstellerin, mach, wie du meinst.“

Der Weg dahin war nicht ohne Diskussionen. Wir sahen das Problem, machten uns schlau, fragten hier und da nach, dachten hin und her und kamen zu keinem einheitlichen Ergebnis. Letztendlich folgten wir meinem Wollen und nannten es Stilmittel.

Was braucht es für unseren Yaúrti me Méli? - Griechischen Joghurt und Honig und Früchte und Walnüsse.
 

Ich fragte, ob sie schon häufiger in Chóra Sfakíon gewesen sei, was sie mit: „Auf Kreta, ja.“ und „In Chóra Sfakíon, nein.“ und „Es war dein erstes Buch, das mich hierher gebracht hat.“ beantwortete.

Das erste Beispiel zeigt eine durch und verbundene Aufzählung verschiedener Zutaten. Das zweite, eine ebenfalls durch und verbundene Aufzählung in kurzer Abfolge gesprochener Aussagen und Sätze mit jeweils endendem Satzzeichen. Das erste Beispiel ist durch Duden abgesegnet. Das zweite, als ein von mir gewähltes Stilmittel möglich.

Bei den folgenden Satzbeispielen ist es ebenso. Duden empfiehlt, diese Aussagen ohne trennendes Komma. Mein Lektorenteam und ich entschieden, eines zu setzen. Spielte die Zeit in den Aussagen keine Rolle, ließen wir zeitbestimmende Worte wie ist oder war fallen, setzten wir statt ihrer ein Komma.

Der Himmel, blau.
Die Sonne, strahlend.
Der Kuss, leidenschaftlich.
Der Blick übers weite Meer, ohne Gleichen.

Nun aber genug der rechtschreibenden Erläuterungen und ein herzliches Willkommen im sechsten Band meiner Kreta-Erzählungen.



Leseprobe


Kapitel 1

Dieter, Micháli, Níkos, Kreta, das Leben, die Liebe und ... überhaupt. Was hatten Níkos und ich am Ende des 5. Teils meiner Kretabuchreihe noch als nächstes Reiseziel für uns, für mich auf der Insel meines Heimatgefühls in Erwägung gezogen?

Genau: Den Osten der Insel mit Mátala und umzu.

„Vielleicht können wir ja das nächste Mal gen Osten reisen“, hatte Níkos mir bei unserem Abschiedskaffee am Ende der Frühjahrsreise 2014 am Flughafen von Heráklion vorgeschlagen. Ich hatte gelacht. Hatte seine Hände genommen, sie gedrückt, ihm ins Gesicht geschaut und seine Worte leicht fragend mit: „Vielleicht mit Mátala und umzu?“ ergänzt. „Ja“, meinte er darauf mit seinem für ihn so typisch wohlwollenden Lächeln, mit schräg gelegtem Kopf: „Mátala und umzu ist eine gute Idee!“ und dass ich darüber in meinen Büchern bisher doch eher weniger erzählt hätte.

Es gibt diese besonderen Menschen in unseren Leben, und für mich ist einer von ihnen mein ewiger Dieter. Als wir uns kennenlernten, war er gerade neunzehn und ich dreiundzwanzig. Wir gingen beide in Hannover zur IGS Roderbruch, hatten in einigen Fächern gemeinsame Kurse und saßen dort, wohl unserer gegenseitigen Sympathie geschuldet, oftmals direkt nebeneinander.

Wenn ich’s recht bedenke, hätten wir damals fast etwas miteinander gehabt. Und wenn ich es weiter recht bedenke, waren wir, als wir uns Jahre später nach dem Ende meiner Ehegemeinschaft durch einen wunderbaren Zufall wiederbegegneten, geradezu ineinander verliebt. Und wenn ich nun ehrlich mit mir und euch sein wollte, könnte ich an dieser Stelle zugeben, dass ich ihn zu gewissen Zeiten gerne an meiner Seite gesehen hätte. Aus mir unbekannten Gründen entsprach sein Wollen nicht meinem Wünschen.

Nachdem Dieter mich des Nachts nach der oben genannten Reise Ende Mai 2014 mit einem strahlenden Lächeln am Flughafen Langenhagen abgeholt hatte und wir die beiden darauf gefolgten Tage wunderbar entspannt miteinander verbracht hatten, fand ich es an der Zeit, meine dahingehenden Wünsche mit den seinen abzugleichen. Ich erklärte ihm meine Sicht auf uns. Beschrieb, warum ich uns als geradezu ideal füreinander empfand, dass wir uns wunderbar ergänzen würden, wir in so vielem eine ähnliche Sichtweise vertraten und dass unser gemeinsames Schwingen doch eher auf Anziehung, denn auf Abneigung hinzuweisen schien. Er hatte mir zugehört, mich angeschaut und so angeschwiegen, wie es Männermenschen bei solchen Themen gerne einmal tun.

Als ich mich am nächsten Mittag von Hannover auf den Weg zurück nach Hause machte, sagte ich ihm: „Dieter, mein ewiger Dieter, think about it - denk darüber nach, du weißt, wo du mich findest.“

Ich wollte in meinem Leben Ordnung schaffen. Klarheit. Mich von nicht realen Gedanken verabschieden. Lebenskrücken abwerfen. Mich im realen Sein, in Wahrheit mit dem, was wirklich ist, behaupten.

Aus einer von kleinen Lebenslügen begleiteten und getragenen eigenen Mitte heraus zu leben, ist legitim, nicht schlecht und völlig in Ordnung. Sie, diese Mitte, ohne Verklärung, ohne verschrobene Realitäten zu empfinden, jedoch noch einen ordentlichen Tick besser.

Mein Liebesmiteinander mit Micháli war mir nach meiner seelischen Spontanheilung im August 2011 ebenso hilfreich gewesen wie mein Gedankenspiel um eine Partnerschaft mit meinem ewigen Dieter. Ich empfand Dieter und mich als ausgezeichnete Ergänzung für unser beider nicht ganz rundes Leben. Er hatte etwas, was dem meinen fehlte, und ich glaubte, etwas zu haben, was dem seinen hilfreich sein könnte. Gut und ja und geradezu perfekt, doch was nützte es, wenn der Eindruck dieser Superkombi nur in einem unserer Köpfe vorhanden war.

Zurück in meinem ostfriesischen Zuhause, blieb mein Blick an den aufgedruckten Worten einer Postkarte hängen. - „Mein Therapeut hält uns für eine gute Idee!“ - stand dort in weißen Buchstaben auf lichtgrünem Grund. Ich konnte nicht umhin, sie meinem ewigen Dieter zukommenzulassen.

C’est la vie - so ist das Leben.

Dieter wusste, dass ich keinen Therapeuten hatte.


Kapitel 2

Kein Dieter mehr in meiner Gedankenwelt, kein Micháli mehr, kein gewesener Ehemann und Lebenspartner und kein anderes Menschenwesen, mit dem ich mein Leben hier und da gerne geteilt hätte. Und dennoch war alles irgendwie auf so wundersame Weise so ausgesprochen gut. Ob das das Ziel des Lebens ist? Ob all unsere Freuden und unsere Leiden diesem Zwecke dienen? Eins sein mit uns selbst. Zufrieden, angekommen, glücklich und frei? - Möglich oder auch nicht. - Der Gedanke will mir wohl gefallen. - Das Ergebnis fühlt sich gut an.

Heute Morgen, es ist der 6. Juni 2023, habe ich erfahren, dass in meinem Körper etwas nicht gut sein könnte. Dass der mir vor zwei Wochen entfernte Quadratzentimeter Haut von der schwarzen Sorte ist. Natürlich habe ich da keine Lust drauf. Nicht auf die Tatsache selbst. Nicht auf die Prozedur des Herausfindens und wieder Heilemachens, noch auf die Mitteilung eines negativen Endergebnisses.

Ich wünsche mir das Beste. Wünsche mir, dass nichts weiter gefunden werden wird, das mich jetzt schon das Leben kosten könnte. Ich weiß, dass ich nicht klagen darf, und ich weiß, dass ich es auch nicht tun werde. Ich weiß, wie schön mein Leben bis hierher gewesen ist, und ich weiß, dass ich über jeden Moment, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr, das ich bisher länger habe leben dürfen, als es meinen Eltern vergönnt war, glücklich und dankbar bin. Also über Alles und in Allem nicht nörgelig werden oder verzweifelt. Ich möchte mein Lebensende, wie mein Leben selbst, gut auf und über die Bühne bringen.

„He, he, ich hab noch so viel vor!“, sage ich da. „Drum Leben, bitte, lass mir noch ein paar Jahre, lass mich noch eine Zeit lang bleiben dürfen, das zu tun, was mir so am Herzen liegt!“

„Was willste denn?“, fragt es mich forsch zurück.

„Schreiben, menno! Mein sechstes und siebtes Buch zu Ende bringen. Noch ein wenig an meinem Haus herumwerkeln lassen. Wieder nach Kreta reisen! Meinen Erfolg genießen! Und meinem jüngsten Enkel zu seinem Abitur gratulieren können. Er heißt Gustav und ist gerade mal sieben!“

„Guuut“, sagt es da nach kleinem Zögern.
„Gut, gut, dann mach mal, nutze die Zeit und fang an!“

„Du meinst, nicht trödeln
und die Zeit nicht unnütz vergehen lassen?“

„Ja, ja, ja, genauso meine ich das“, sagt es da.
„Nicht trödeln und die Zeit nicht unnütz vergehen lassen.“

Ich lächle. - Das Leben lächelt zurück.
Sagt: „Élla, élla!“ wie „Voran, voran!“
und lässt mich machen.

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Beim Aussteigen sagte ich: „Níkos, ich danke dir!“ Er reagierte mit lachenden Augen, legte seinen imaginären Arm um meine Schulter, zog mich damit fest an sich, blickte mir darauf auffordernd ins Gesicht und fragte: „Wofür?“

„Für überhaupt und alles!“, sagte ich. „Für dich und deine blumige Sprache. Für das Senden Jack Roland Wolfskins, diesen mir so angenehmen Mátalakundigen. Für deine telepathischen Hinweise an Valía und dein Obachtgeben, dass deine und meine Bücher an den Buchverkaufsstellen Kretas immer schön beieinanderliegen. Und dass du mir in den letzten Stunden meiner diesmaligen Kretazeit nicht von der Seite gewichen bist.“

Sein gefolgtes „So, so …“, amüsiert. Sein wohlwollender Blick, strahlend.

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Lesen Sie mehr in "1, 2, 3, mit allen Sinnen" von Elisabeth Katz. 

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